Stompin' at the Cotton Club

Stompin' at the Cotton Club
Samstag | 18. Mai 2019 | 21:00 Uhr


Wir schreiben das Jahr 1930.
Jazz Musik klingt aus den Kellerräumen einer großen Spielzeugfabrik in Nürnberg. Dort hat die weit gereiste Sängerin und Tänzerin Julia Kempkinsky einen „Baumwoll Club“ nach dem Vorbild des New Yorker „Cotton Club“ etabliert. Musiker aus aller Welt gehen dort ein und aus: Die hauseigene Bigband „Jazz Rebels“ spielt jeden Abend mitreißenden Swing. Julia Kempkinsky und ihre „Cotton Club Beauties“ sorgen mit frivolem Charleston und Steptanz für eine rasante Show. Besonders aufregend wird es, wenn eine Burlesque-Diva ästhetisch die Hüllen fallen lässt, und schon bald ist der etwas verruchte „Baumwoll Club“ zum Geheimtipp der Stadt für den heißesten Jazz und durchtanzte Nächte geworden.
Die Spieler des Nürnberger Fußball Clubs (1. FCN) feiern dort im Jahr 1930 ihr 30-jähriges Club-Jubiläum. Ein weiterer Stammgast ist der Gründer des Kicker Magazins, Walter Bensemann, der mit seiner Fußballzeitschrift 10-jähriges Gründungsjubiläum feiert. Seit 1926 ist die Redaktion in Nürnberg ansässig. Dieser Mann ist bereits eine Fußball-Legende, hat er doch in Pionierarbeit den Fußball nach Deutschland geholt, die ersten Länderspiele organisiert, den DFB gegründet und vieles mehr. Für ihn ist dieser Sport „eine pazifistische Idee als Mittel zur Völkerverständigung“. Er wendet sich als Sportjournalist in seinen Glossen massiv gegen die immer stärker werdende nationale Engstirnigkeit. Da rennt er bei Julia Kempinsky offene Ohren ein. Die Philanthropin und Kosmopolitin freut sich in einer Stadt zu leben, deren Oberbürgermeister die Reichsparteitage der Nationalsozialisten endlich verbieten konnte. Trotzdem rumort es in diesen wirtschaftlich katastrophalen Zeiten gewaltig und das braune Propagandamagazin „Der Stürmer“ hetzt massiv gegen Juden, die angeblichen Verursacher allen Übels. Dazu zählen auch Walter Bensemann sowie der neue Trainer des Clubs, Jenö Konrad, aus Ungarn. Der Mäzen des Baumwoll Clubs und Eigentümer der Spielzeugfabrik, Stefan Bing, gehört ebenfalls zum jüdischen Kreis der Nürnberger Unternehmer. Doch noch blicken Julia Kempinsky und ihre „Jazz Rebels“ optimistisch in die Zukunft, es wird gefeiert und getanzt mit „Stompin’ at the Cotton Club“!

Der Aufbruch in die Moderne hat begonnen und Nürnberg scheint keine Provinz mehr zu sein.

Konzept, Texte, Choreographie* und Kostüme: Julia Kempken.
(*Ausgenommen „Doin‘ the New Lowdown“: Bill )

Eintritt:
VVK 29,-/24*,-
AK 32,-/16*,-
* Ermäßigte Preise gelten für Schüler, Studenten, Azubis und Schwerbehinderte.

Karten ohne Vorverkaufsgebühren erhalten Sie an unserer Theaterkasse.