Der Zorn der Wälder

Der Zorn der Wälder
Mittwoch | 13. Februar 2019 | 19:30 Uhr


von Alexander Eisenach | Regie: Kieran Joel | Premiere: 5. Oktober 2018

Draußen ist mal wieder die Hölle los. Im stinkenden Moloch der Großstadt ersticken die Massen an ihren gestorbenen Aufstiegsträumen. Die Fabrikbesitzer, deren Schornsteine den Himmel verdunkeln, häufen derweil Reichtümer an. Die Welt steht am Rand eines Bürgerkriegs. Unaufhörlich trommelt der Regen an die Milchglasscheibe mit der Aufschrift „Gordon Pritchet – Private Investigator“. Plötzlich die Silhouette eines Damenhutes: Emma Carsons Mann ist verschwunden und der Detektiv hat einen neuen Fall.

Der junge Autor und Regisseur Alexander Eisenach, dessen Arbeiten unter anderem am Schauspiel Frankfurt und am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen waren, spielt in seinem Text lustvoll mit Klischees aus dem Film Noir und untersucht auf der Folie des Genres wie unsere privaten Lebensentscheidungen ideologisch nutzbar gemacht werden. Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir in einer Zeit, in der der Mensch vom unaufhörlichen Fortschrittsstrudel verschluckt zu werden droht? Gibt es ein weiter so? Gilt es, sich zurück zu ziehen, um im Wald eine Utopie der Ursprünglichkeit zu leben? Oder muss doch der kollektive Aufschrei her, der gewaltsame Umsturz der Verhältnisse, die Revolution, mit der wir eigentlich längst abgeschlossen hatten?

Im mit Whisky und Zigarrendunst geschwängerten Zwielicht des frühen 20. Jahrhunderts, irgendwo zwischen Thoreaus „Walden“ und den hardboiled-Krimis Raymond Chandlers prallen diese Fragen aufeinander.